Case Studies

Deutsche Schule Washington

Potomac, Maryland, USA

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8617 Chateau Dr, Potomac, MD 20854, USA

Projekt:

Generalinstandsetzung

Leistung:

Generalplanung, Brandschutzkonzept, Tragwerksplanung, Schadstoffgutachten, Energiekonzept

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Artikel aus dem FINANZ-JOURNAL (03/2016)

„Save Energy" — Energetische Sanierung der Deutschen Schule in Washington

 

Die Deutsche Schule Washington (DSW) wurde am 11. September 1961 mit 33 Schülerinnen und Schülern eröffnet und liegt geographisch im Bundesstaat Maryland. An der Schule können sämtliche deutschen Schulabschlüsse erworben werden, sowie das amerikanische High School Diplom. Träger der Privatschule und des angeschlossenen Kindergartens ist der Deutsche Schulverein Washington, D.C.

Derzeit lehren ca. 60 deutschsprachige Pädagoginnen und Pädagogen an der DSW, die von etwa 600 - 650 Schülern besucht wird. Der Unterricht erfolgt bilingual in deutsch und englisch. Vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) wurde mit Erlass vom 11.02.2011 eine energetische Sanierung der Gebäude veranlasst, da Bausubstanz und Haustechnik im Wesentlichen noch aus der Errichtungszeit stammen.

Der Umfang der „Energetischen Sanierung der Deutschen Schule Washington" beinhaltet neben Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienzsteigerung auch Maßnahmen für den vorbeugenden baulichen Brandschutz, der Verbesserung der Barrierefreiheit und den vollständigen Umbau des Schulverwaltungsbereichs.

 

Eine wesentliche Herausforderung für die Maßnahme war, dass die Umsetzung im laufenden Schulbetrieb erfolgen musste. Deshalb wurde in Abstimmung zwischen den Planungsbeteiligten. Nutzer DSW, Generalplaner, Generalunternehmer und der Bauverwaltung ein Phasenplan entwickelt, der sich über 8 Phasen erstreckte. Hierbei wurden besondere Arbeiten, die den Schulbetrieb stören würden, in die Sommerferien 2014 und 2015 gelegt. Im Zuge der Umsetzung fanden regelmäßig Abstimmungen und Soll-/lst Vergleiche mit den Planungsbeteiligten statt. Mit der Submission im April 2014 wurde das Staatliche Hochbauamt Heidelberg hinzugezogen, um die Maßnahme in der Bauphase zu begleiten. Schon zur Submission wurden, auf Grund der begrenzten Haushaltsmittel, Maßnahmen zur Kostenbegrenzung, das „value engineering", implementiert.

 

Hierbei sollten bereits vor Vertragsabschluss Anregungen zu Einsparpotentialen der präqualifizierten Bieter evaluiert werden. Dieses „value engineering" wurde dann baubegleitend bis zur Abnahme konzertiert zwischen Generalunternehmer, Planern und Bauverwaltung verfolgt. Baubeginn war Juni 2014. Die Bauaufgabe stellte an alle Beteiligte vielschichtige und zum Teil ungewohnte Anforderungen, beispielsweise die Gestaltung und Abwicklung eines US-amerikanischen Generalunternehmervertrages. Zwar wurden deutsches Baurecht und Standards sinnhaft verfolgt, jedoch erfolgte die bauordnungsrechtliche Abnahme durch die örtlichen, amerikanischen Baubehörden. Insbesondere im Bereich des vorbeugenden baulichen Brandschutzes wurde ein großes Augenmerk auf den sinnhaften Abgleich der geltenden und anwendbaren Forderungen gelegt. Sich zwangsläufig ergebenden Abweichungen wurden bauliche und technische Kompensationsmaßnahmen gegenübergestellt, um den Schutzzielen zu entsprechen. Überaus lehrreich waren die gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich des technischen Gebäudebetriebs, insbesondere der fastreflexhafte Wunsch zum Volllastbetrieb durch das lokale Facility Management, den örtlichen Gepflogenheiten folgend versus der nun neuen und energieeffizienten fein „getunten" Anlagentechnik.

 

Die sehr aktive Beteiligung des Bedarfsträgers, des Auswärtigen Amtes, der örtlichen Vertretung durch die Deutsche Botschaft Washington, der Obersten Technischen Instanz, dem BMUB, aber auch des Schulträgers, erzeugten ein sehr offenes und konstruktives „Projektklima", das letztlich zum Erfolg führte. Die fristgerechte Übergabe der Maßnahme nach Muster 14 RB Bau erfolgte im Juni 2016. Das Gesamtsanierungsvolumen wird mit rund 12,7 Mio. USD abgerechnet. Die Maßnahmenziele wurden, auch nach durchaus harten Verhandlungen, unter der Federführung des Staatlichen Hochbauamts Heidelberg mit dem US- Generalunternehmer Tuckman Barbee Inc. zur vollsten Zufriedenheit und in gutem Einvernehmen erreicht. Grundlage hierfür war die fundierte und gewissenhafte Vorbereitung aller Planungsschritte, von der ES-Bau bis hin zur Vergabe durch die Betriebsleitung Bundesbau-Baden-Württemberg, die Aufgabengebiete Recht und Vergabe, Auslandsbau und Ziviler Bundesbau. Komplettiert wurde das Projektteam durch die Generalplaner WS.S GdR, dem Kontaktarchitekten Grimm + Parker Architects und im besonderen Maße durch die DSW-Schulleitung und die DSW „Community". Sie waren es, die die Arbeiten trotz Lärm und Staub haben über sich ergehen lassen und das deutsch-amerikanische Bauteam unnachgiebig unterstützt und angetrieben haben.

(Persönliche Referenz von Herrn Marc Sommer im Rahmen seiner früheren beruflichen Tätigkeit. Marc Sommer war als Teilhaber der beauftragten Arbeitsgemeinschaft WAP GbR bzw. nachlaufend der Arbeitsgemeinschaft WS.S GbR durchweg Gesamtprojektleiter und somit für die technische und wirtschaftliche Federführung verantwortlich.)

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